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Mitarbeitende als Konstante - Interview mit Abt Christian

vonJulia Frischknecht

Mit welchen Turbulenzen hatten Sie in den vergangenen 12 Monaten zu kämpfen?

Die Coronakrise hat sich in unseren Bereichen deutlich bemerkbar gemacht. Das Kloster Engelberg betreibt eine Schule mit Gymnasium, verschiedene Handwerksbetriebe, einen kleinen Laden sowie eine kleine eigene Gastronomie und seit Ende letzten Jahres auch Hotellerie. Alle Bereiche wurden in unterschiedlicher Form von den Einschränkungen betroffen. Sei es durch neue Unterrichtsformen bei den Lehrer*innen via Videoübertragungen, seien es Einschränkungen und weniger gute Planbarkeiten bei den Handwerkern oder viel nötige Flexibilität bei den zahlreichen Absagen oder Umbuchungen in der Gastronomie und Hotellerie. Aufgrund der grossen Anzahl Mitarbeiter*innen und elf unterschiedlichen Betriebsleitern wurde die Kommunikation untereinander erschwert, da es keine monatlichen Sitzungen im gewohnten Rahmen mit allen Betriebsleitern mehr geben konnte. Eine Herausforderung, mit der vor allem unser Geschäftsführer zu kämpfen hat, denn er ist im alltäglichen Geschäft federführend, in enger Zusammenarbeit mit dem Abt.

Welche Innovationen im Bereich HR möchten Sie in Ihrem Unternehmen umsetzen?

Wichtig ist, neben den auch bei uns genutzten modernen Hilfsmitteln, immer die Nähe zu den Mitarbeiter*innen zu haben und dabei die Kommunikation und Motivation aufrecht zu erhalten.

Ein wichtiges Standbein dazu ist die Weiterbildung. Das Gelernte soll aber nicht nur spezifisch den Weitergebildeten zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiter*innen die eine Weiterbildung besuchen, stellen ihren Kolleginnen und Kollegen das Gelernte in zusammenfassenden Präsentationen vor, um das neue Wissen weiterzugeben.

Wo sehen sie die Konstante im HR-Business?

Die wichtigste Konstante sind die Mitarbeiter*innen selbst. Wenn diese in ihrer Tätigkeit aufgehen können, gefördert und gefordert werden, ist die Zufriedenheit automatisch hoch. Dabei liegt unser Augenmerk auch darauf, dass sie sich mit den aktuellen Arbeitsmitteln auseinandersetzen können und sich weiterentwickeln und lernen. Das Leben ist ein stetiger Lernprozess, was Innovation mit sich bringt. Die Konstante soll dabei eine helfende Richtschnur sein. Eine hohe Zufriedenheit hat eine hohe Leistungsbereitschaft zur Folge – und bringt am Schluss die von uns gewünschte Konstanz.

Wie schafft das Kloster Engelberg den Spagat zwischen zukünftiger Innovation und jahrhundertealter, gelebter Konstanz?

Der Spagat ist gleichzeitig ein Vorteil. Das Kloster Engelberg verfügt über zahlreiche langjährige Mitarbeiter*innen, die sich für den Arbeitgeber committen und wissen für wen sie arbeiten – und die meisten können vom Wissen der Traditionen profitieren. Die verschiedenen Traditionen über 900 Jahre zeigen uns aber auch auf, dass wir einen anderen Blick für die Zukunft haben müssen. Das gibt auch eine gewisse Besonnenheit und Gelassenheit in der Planung und auch in den negativen Momenten, die ebenso existieren.

Die gelebte Konstanz ist oft auch eine sehr turbulente Konstanz gewesen. Denn die Konstanz ist grundlegend das Gebet, bzw. die religiöse Ausrichtung unseres alltäglichen Lebens. Denn wir sind nicht wegen der Wirtschaft ins Kloster eingetreten, sondern aus einer religiösen Entscheidung heraus. Somit wird auch gesagt, dass die Wirtschaft mal ganz klein, bis desolat ist und dann aber auch wieder zu Hochleistungen heranwachsen kann. Das hängt mit unseren personellen Ressourcen und ihrem Können zusammen. Der Spagat gelingt, kann gelingen, aber es kann auch schief gehen. Die Geschichte zeigt es auf.

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