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Interview mit Tobias Heinemann

von Alexandra Frei

Was haben Sie mit Sherlock Holmes gemeinsam?

Einiges. Sherlock Holmes war sicher ein Vorbild in meiner Kindheit. Eigentlich wollte ich ja Detektiv werden und das Entschlüsseln von Personen und von Geheimnissen über eine gute Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis haben mich von klein an fasziniert und nicht mehr losgelassen. Mein deduktives Denken, die Verwendung von Mnemotechniken und die Fähigkeit, Leute zu hypnotisieren und Lügen zu entlarven, sind weitere Übereinstimmungen. Überhaupt, als Sir Arthur Conan Doyle die Figur Sherlock Holmes erschaffen hat, war er fasziniert von den damaligen Mentalisten und Gedankenlesern und hat viel davon in die Figur einfliessen lassen.

Für Anfänger: Welches ist das Rüstzeug zum Gedankenlesen?

Zuerst einmal muss man lernen sein Gegenüber, die Umgebung und die jeweilige Situation genau zu beobachten. Dann sollte man natürlich etwas über das Erkennen von nonverbaler Kommunikation im Rucksack haben und ein Grundwissen an Menschenkenntnis und Psychologie ist auch von Nöten. Zusätzlich kommen dann noch weiteres Wissen und Fähigkeiten dazu.

Ist es Ihnen auch schon mal passiert, dass Sie beim Gedankenlesen völlig danebengelegen sind?

Ja klar. Das kommt regelmässig vor; daher spreche ich auch von Experimenten, die ich mit meinem Publikum mache – ich springe immer wieder ins kalte Wasser und finde dann live auf der Bühne heraus wie gut ich in der jeweiligen Situation schwimmen kann. Aber ich kann es auch etwas steuern, indem ich je nach Gefühl und Gegenüber mehr oder weniger Risiko eingehe. Manchmal schicke ich auch einen Zuschauer bei einem Experiment weg und nehme eine andere Person dafür oder entscheide mich spontan etwas anderes mit der Person zu machen. Das macht das Ganze auch so spannend für mich und das Publikum.

«Fortune 500»-Firmen und Prominente wie Tina Turner, Heike Makatsch, Barbara Schöneberger und Xavier Naidoo schwärmen von Ihnen. Haben Sie diesen Firmen und Persönlichkeiten auch einen konkreten Nutzen beschert?

Den Nutzen, den alle bei mir erhalten, ist dass man etwas Einzigartiges erlebt und ich immer mein Gegenüber zum nachdenken bringe und dabei neue Impulse auslöse. Ansonsten kann ich dies nicht so global beantworten, da es einerseits immer sehr individuell von der Person und der jeweiligen Situation abhängt. Andererseits kommt es natürlich stark darauf an, was ich jeweils mache. Ist es eine Show bei einem Firmenevent, ein abendfüllendes Programm, ein TV Auftritt, Coaching, ein Vortrag oder ein lockeres Meet & Greet. Bei einem Vortrag oder einem Coaching ist der konkrete Nutzen natürlich sofort sichtbar. Aber ein ganz besonderes Erlebnis bei einem abendfüllenden Programm löst bei dem einen oder anderen langfristig gesehen oftmals viel mehr aus.

Mal ganz ehrlich: Haben Sie bei Ihren Auftritten noch nie getrickst?

Wenn Sie damit meinen, ob ich Menschen mit psychologischen Techniken, mit verbaler und nonverbaler Sprache manipuliere, um meine Ergebnisse zu erzielen, dann natürlich JA – das ist ja schliesslich meine Aufgabe und im Sinne des Erfinders. Aber wenn Sie damit das Wort „getrickst“ im eigentlichen Sinn meinen, dass ich mit eingeweihten Zuschauern, mit Absprachen, Kameratricks oder Ähnlichem agieren würde, dann natürlich NEIN.

Herzlichen Dank für das Interview Herr Heinemann. Wir freuen uns auf Ihr Referat am 14. Ostschweizer Personaltag 2018.

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